Warum verlieren Jugendliche plötzlich die Motivation?
Die Gründe können sehr unterschiedlich sein:
- Angst vor neuen Situationen
- Unsicherheit im Umgang mit Erwachsenen
- Überforderung durch frühes Aufstehen
- Enttäuschung über die tatsächliche Arbeit
- Konflikte mit Mitarbeitern
- Fehlende Erfolgserlebnisse
- Der Wunsch, lieber Freizeit zu haben
Manchmal steckt aber auch etwas anderes dahinter.
Nicht jeder Jugendliche spricht offen darüber, wenn er sich unwohl fühlt oder Angst hat, Fehler zu machen. Deshalb ist es wichtig, zunächst das Gespräch zu suchen. Nicht mit Vorwürfen. Sondern mit ehrlichem Interesse.
„Was genau stört dich?“
„Was macht dir Sorgen?“
„Gibt es etwas, das dich belastet?“
Oft erfährt man erst dann, was wirklich hinter dem Satz „Ich habe keinen Bock“ steckt.
Keine Lust ist kein ausreichender Grund
So verständlich manche Gefühle sein mögen: Ein Praktikum ist Teil der schulischen Ausbildung.
Wer einfach fernbleibt, riskiert Konsequenzen. Das gehört ebenfalls zur Realität des Lebens.
Denn auch später im Berufsleben kann man nicht einfach zu Hause bleiben, weil man keine Lust hat.
Jugendliche müssen lernen, dass Verpflichtungen manchmal erfüllt werden müssen, selbst wenn die Motivation gerade fehlt.
Das ist keine Strafe. Es ist eine wichtige Erfahrung für das spätere Leben.
Was passiert bei einer Versäumnisanzeige?
Bleibt ein Schüler unentschuldigt dem Praktikum fern, kann die Schule reagieren.
Je nach Bundesland und Einzelfall sind verschiedene Maßnahmen möglich:
- Gespräch mit Eltern und Schüler
- Schriftliche Verwarnung
- Nachholen des Praktikums
- Eintrag in schulische Unterlagen
- Meldung wegen Verletzung der Schulpflicht
Viele Eltern erschrecken, wenn sie das Wort „Versäumnisanzeige“ hören.
Tatsächlich geht es zunächst meist darum, die Schulpflicht durchzusetzen und die Gründe für das Fehlen zu klären.
Wichtig ist deshalb, nicht abzuwarten. Je früher Eltern das Gespräch mit der Schule und dem Praktikumsbetrieb suchen, desto besser lassen sich Lösungen finden.
Was Eltern tun können
Der wichtigste Schritt ist, ruhig zu bleiben.
Wut, Vorwürfe oder Drohungen führen selten zum Ziel.
Hilfreicher ist es:
- das Gespräch mit dem Kind zu suchen
- konkrete Probleme herauszufinden
- gemeinsam Lösungen zu entwickeln
- Kontakt zur Schule aufzunehmen
- den Praktikumsbetrieb einzubeziehen
Manchmal reicht bereits ein klärendes Gespräch.
Manchmal muss ein Praktikum abgebrochen und ein neuer Platz gefunden werden.
Und manchmal braucht ein Jugendlicher einfach die Unterstützung seiner Eltern, um eine schwierige Woche durchzustehen.
Verantwortung lernen
Vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe eines Schülerpraktikums.
Nicht nur Berufe kennenzulernen.
Sondern zu erfahren, dass Entscheidungen Folgen haben. Dass nicht jeder Tag Spaß macht. Dass man auch durch schwierige Situationen gehen kann. Und dass Eltern zwar begleiten können, den Weg aber nicht für ihre Kinder gehen können.
Der Stolz eines Vaters verschwindet nicht, nur weil sein Sohn gerade einen Rückschlag erlebt.
Vielleicht zeigt sich wahre Stärke sogar genau dann: Wenn Jugendliche lernen, nach einer schwierigen Phase wieder aufzustehen und ihren Weg weiterzugehen.
Denn Erwachsenwerden bedeutet nicht, immer motiviert zu sein. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – auch an den Tagen, an denen man eigentlich keine Lust hat.
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